Denks großer Wurf?

Ralph Denk ist ein Mann der Tat. Schon zu Zeiten als seine Mannschaft noch NetApp-Endura hieß, ließ der Raublinger verlauten, dass seine klare Zielsetzung die WorldTour ist. Ok, das behaupten die meisten Teams, aber irgendwie wusste man bei Beachtung der Entwicklung der Mannschaft, dass dieser Schritt kommen musste. Schließlich erhielt der Zweitdivisionär aus Oberbayern jetzt zum dritten Mal in Folge eine Wildcard für die Tour de France.

Denks großer Wurf soll jetzt vor allem durch den US-Radhersteller Specialized möglich gemacht werden. Die Amerikaner rüsten derzeit neben den Teams Etixx-Quickstep und Astana auch die am Ende der Saison verschwindende Mannschaft Tinkoff aus.

Tinkoff scheint jetzt durch seinen Ausstieg das Zünglein an der Waage zu sein, denn dort fährt kein Geringerer als Peter Sagan. Der Weltmeister soll auch in der kommenden Saison auf einem Specialized-Rad unterwegs sein. Durch einen möglichen Einsstieg der US-Boys als Bora-Co-Sponsor scheint auch ein Sagan-Transfer zu Bora wahrscheinlich. Zudem soll der Slowake im Falle eines Wechsels ein paar Fahrer aus seiner Helferriege mitbringen. Darüberhinaus soll auch Tony Martin von Etixx-Quickstep in Verhandlungen mit dem Denk-Team stehen, was ebenfalls der neue potenzielle Co-Sponsor aus den Staaten befürworten würde.

Es war einmal…Team NetApp

Man wird sehen wie die positive Entwicklung des Raublinger Rennstalls weitergeht. Es scheinen zumindest goldene Zeiten anzubrechen.

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Frage- und Ausrufezeichen bei der Dauphine

Die Tour-Generalprobe ist gestern mit der Dauphine Libere zu Ende gegangen. Was bleibt sind nach einer schweren, bergigen Woche Ausrufe- und Fragezeichen. Dies gilt insbesondere für die mutmaßlichen Tour-Favoriten.

Chris Froome setzte mit seinem erneuten Dauphine-Sieg ein großes Ausrufezeichen und hatte seine Gegner jederzeit unter Kontrolle. Natürlich darf man die Umstände noch nicht überbewerten, aber es stellte sich zumindest heraus, dass der Sky-Kapitän seine Hausaufgaben am besten erledigt hat.

Die Fragezeichen überweigen indes. Alberto Contador konnte eigentlich nur beim Bergzeitfahren am ersten Dauphine-Tag überzeugen und blieb sonst weitgehend blass. Seinem britischen Kontrahenten konnte er in den schweren Bergankünften nicht folgen und verlor Sekunde um Sekunde. Richie Porte machte seine Sache besser. Er bot seinem ehemaligen Sky-Teamkollegen Froomey am ehesten Paroli. Der kleine Tasmanier muss jedoch im Juli den Beweis antreten, dass er diese Leistungen auch über drei Wochen abrufen kann. Fabio Aru setzte mit seinem Etappensieg ein Ausrufezeichen und lieferte in den folgenden Tagen aber eher Fragezeichen bezüglich seiner Tour-Form ab.

Die Franzosen dürfen indes hoffen. Thibaut Pinot und Romain Bardet zeigten eine couragierte Leistung. Pinot büßte zwar gerade beim Bergzeitfahren überraschend viel Zeit ein, zeigte sich aber in den Bergen gewappnet für die Grand Boucle. Bardet wurde zum Ende hin immer stärker und belohnte sich schließlich dank seiner aggressiven Fahrweise mit einem Podiumsplatz. Chapeau!

In Abwesenheit von Nairo Quintana konnten schon einige Rückschlüsse getätigt werden. Wir werden sehen was im Juli passiert.

In diesem Sinne…au revoir und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

 

 

Dauphine – Säbelrasseln und Bewerbungsfahren

Die Säbel werden rasseln und gleichzeitig wird das große Bewerbungsfahren für die Tour de France losgehen. Die Dauphine Libere startet morgen und es wird wie jedes Jahr um sehr viel gehen.

Da wären die beiden Hauptprotagonisten Chris Froome und Alberto Contador. Die beiden Alphatiere werden versuchen sich bereits gegenseitig ein wenig zu belauern und sich vielleicht einen kleinen psychologischen Vorteil für die Tour de France zu verschaffen. Natürlich ist nicht gesagt, dass der Dauphine-Sieger auch im Juli Erfolg haben wird, ber trotzdem will vor allem das Team Sky seine Dominanz der vergangenen Jahre mit einem weiteren gelben Trikot untermauern. Wer gewinnt also? Froome, Contador oder doch ein Thibaut Pinot oder Richie Porte? In einer Woche wissen wir mehr.

Viel wichtiger ist allerdings das große Bewerbungsfahren. Schießlich geht es für die Teams darum zu entscheiden welche Fahrer im Juli an der Grand Boucle teilnehmen dürfen. Neben der Dauphine wird die Tour de Suisse wie in jedem Jahr darüber entscheiden wer dabei ist. Wer die Tour de France nicht vor dem Fernseher verfolgen will, muss genau hier zeigen was er kann. So wird unter anderem die Movistar-Jury um den sich im heimischen Kolumbien trainierenden Nairo Quintana und den sich von den Giro-Strapazen erholenden Co-Leader Alejandro Valverde darüber richten, welche sieben verbleibenden Fahrer sie auf der Straßen Frankreichs unterstützen werden.

Uns steht also aus mehrfacher Hinsicht eine spannende Radsportwoche ins Haus!

In diesem Sinne…au revoir und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Grazie Giro

Es ist Zeit Grazie zu sagen und dem Giro zu danken. Was für ein spektakuläres Rennen wurde uns in den letzten drei pinken Wochen geboten? Als Bonus sprangen zudem sagenhafte sieben deutsche Etappensiege heraus.

Zunächst waren es die Niederländer, die den Giro an den ersten drei Tagen Willkommen hießen und eine große Radsportparty feierten. Zwei Mal schlug hier Marcel Kittel zu und sicherte sich darüberhinaus das Maglia Rosa. Der Sprint-Gorilla Andre Greipel schlug ebenfalls nicht nur einmal zu. Dazu kamen Roger Kluge und Nikias Arndt (sogar auf der Schussetappe) zu ihren jeweils ersten Etappensiegen bei einer Grand Tour.

Zudem zeichnete sich der Giro durch den wohl spannendsten Kampf um ein Grand Tour-Führungstrikot der vergangenen Jahre aus. Nachdem es vor der letzten Woche nach einem Sieg für Steven Kruiswijk ausgesehen hatte, wendete sich durch unglückliche Umstände das Blatt. Kruiswijk, der gerade beim Bergzeitfahren zur Seiseralm überhaupt keine Nervosität zeigte, stürzte in der Abfahrt vom Col d`Angnello auf der drittletzten Etappe. Esteban Chaves war der große Nutznießer und musste eigentich nur noch einen schweren Tag in der Bergen überstehen, um sich in Turin im Maglia Rosa krönen zu lassen. Doch dann biss der Hai Vincenzo Nibali erbarmungslos zu.

Was lernen wir? Einige Sprichwörter bewahrheiten sich doch immer wieder. Die Tour ist in Paris zu Ende und der Giro in diesem Jahr in Turin. Was bleibt sind Erinnerungen an drei Wochen feinsten Radsport über von pinken Tifosi gesäumte Straßen.

In diesem Sinne…ciao und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Der Giro bisher…

Mikel Landa (Sky)

Der Giro d´Italia bietet auch in diesem Jahr viel Spannung. Vor allem deshalb, weil sich die Favoriten gegenseitig nur wenig Zeit nehmen konnten. Lediglich Mikel Landa musste sich klar aus dem Rennen verabschieden und aufgrund einer Krankheit aufgeben. Ilnur Zakarin musste im Zeitfahren nach Defekten und Stürzen Federn lassen, sollte aber auf keinen Fall abgeschrieben werden.

Vincenzo Nibali (Astana)

Die beiden Hauptkonkurrenten scheinen weiterhin Vincenzo Nibali und Alejandro Valverde zu sein. Beide zeigten sich auch schon. So versuchte Nibali eine Attacke die aber direkt gekontert wurde, während Movistar bei der gestrigen Bergankunft einen Stich in Richtung der Konkurrenz setzen wollte. Man scheint sich also nicht nur auf die letzte, schwere Giro-Woche zu verlassen und versucht schon früh eine Vorentscheidung zu suchen. Vor allem deshalb, weil es in den vergangenen Jahren immer relativ knapp zuging. Höchstens Alberto Contador konnte im vergangenen Jahr etwas deutlicher durchsetzen, profitierte dabei aber vom fehlgeschlagenen Astana-Taktikpoker.

Bob Jungels (Etixx-Quickstep)

Die Teams der Stunde kommen indes aus Belgien. Sowohl das im Frühjahr gescholtene Etixx-Quickstep-Starensemble als auch Lotto-Soudal können beide bereits drei Etappensiege verbuchen. Lotto konnte zwei Mal den deutschen Sprint-Gorilla Andre Greipel und einmal Tim Wellens feiern. Etixx feierte zwei Etappensiege durch den inzwischen ausgeschiedenen Marcel Kittel und hat mit dem weiteren Etappensieger Gianluca Brambilla und dem derzeit führenden Bob Jungels schon drei Träger des Maglia Rosa in seinen Reihen.

Heute wird sich weiter belauert und der erste große Showdown wartet am Sonntag mit dem Bergezeitfahren auf die Seiseralm.

In diesem Sinne…ciat und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Ein pink-oranges Wochenende

Es war ein pink-oranges Wochenende. Der Giro d`Italia gastierte in den Niederlanden. Der Holländer feierten den Giro und der Giro die Holländer. Mal wieder bewiesen unsere Nachbarn nach dem letztjährigen Tour de France-Start in Utrecht, dass sie ein mehr als würdiger Startort für eine Grand Tours sind. Die begeisterten orangen Tifosi säumten auf den ersten drei Etappen die Straßen und feierten eine riesige Radsportparty. Die Profis taten ihren Teil dazu bei und erfüllten die zahlreichen “Selfie please”- und Autogrammwünsche.

Der König des bisherigen Giros ist indes ein Deutscher. Marcel Kittel gewann die ersten beiden Flachetappen in einer unnachahmlichen Art und Weise und scheint in der derzeitigen Form in den Sprint Royale-Ankünften fast nicht zu bezwingen zu sein. Es scheint so als fährt sich die Etixx-Quickstep-Sprintmaschine gerade den ganzen frust der verkorksten letzten Saison von der Seele. So müssten es die Fans in oranje verschmerzen, dass ihr Tom Dumoulin auf dem Weg nach Italien das rosane Trikot abgeben musste, dass er zuvor für eine kurze Zeit durch seine Heimat spazieren fahren durfte.

In diesem Sinne…ciao und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Giro 2016 – Grande Partenza

Der Barista hat sich für euch auf den Weg zum Giro d`Italia-Start nach Apeldoorn gemacht und ein paar Eindrücke direkt aus dem Zielbereich gesammelt…

Soigneur Stefan Srzek nimmt Songenzo Jim (Dimension Data) in Empfang

Jose Herrada (Movistar) wird versorgt

Auch Moreno Hofland (LottoNL-Jumbo) bekommt bei den warmen Temperaturen schnell ein kühles Getränk im Ziel

Svein Tuft (Orica-GreenEdge) durfte das Maglia Rosa schon einmal tragen

Blel Kadri (Ag2r) ist schon wieder bester Laune

…genauso wie Matthias Brändle (IAM)

Sean De Bie (Lotto-Soudal) freut sich über einen Plausch mit der Familie bevor es bald nach Italien geht

Elia Viviani (Sky) checkt sofort die Ergebnisse

Bob Jungels (Etixx-Quickstep) steht die Anstrengung ins Gesicht geschrieben

Mikel Landa (Sky) steht Rede und Antwort

Rafal Majka (Tinkoff) hat den ersten Test bestanden

Vincenzo Nibali (Astana) bahnt sich den Weg durch die Pressemeute

In diesem Sinne…ciao und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Das Ardennen-Revival

Die Ardennen-Klassiker 2016 sind Geschichte…Zeit für einen fotografischen Barista-Rückblick…

Das Feld am Cauberg

Amstel-Sieger Enrico Gasparotto (Wanty)

Paris-Roubaix-Sieger Matthew Hayman (Orica) an der Mur de Huy

Mur Instable an der Mur de Huy

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

 

Das große Ardennen-Finale steht an

La Doyenne heißt Lüttich-Bastogne-Lüttich auch und stellt das große Finale der Ardennen-Klassiker da. Das älteste Eintagesrennen wirft seine Schatten voraus. Schnee ist angesagt und es verspricht eine ganz besondere Ausgabe zu werden. An den unzähligen Anstiegen, insbesondere an La Redoute, werden die Scharen trinkfreudiger Belgier sich ihre warmen Gedanken machen. Eins steht bereits fest – ihr Liebling Philippe Gilbert wird nicht am Start stehen und seine Handverletzung auskurieren. Nur wer wird gewinnen?

Ein Außenseitersieg wie beim Amstel Gold Race ist durchaus möglich. Enrico Gasparotto kann nach seinem Coup am Cauberg jedoch nicht mehr zu den Außenseitern gezählt werden und wurde unlängst sehr guter Fünfter beim Fleche Wallone. Der Sieger des Wallonischen Pfeils Alejandro Valverde wird sich indes in der Rolle des Top-Favoriten wiederfinden. Das Etixx-Quickstep-Duo Dan Martin und Julian Alaphilippe werden versuchen den Spanier mit geballter Kraft zu bezwingen. Aussie-Veteran Simon Gerrans dürfte ebenfalls ein Wörtchen mitsprechen. Dazu gesellen sich Kandidaten wie Warren Barguil, Roman Kreuziger oder der nimmermüde Belgier Tim Wellens.

Vor allem wird es aber wieder der Tag sein, an dem aus einem unscheinbaren Feldweg neben einer Autobahn der prestigeträchtigste Ort wird, an dem man sich am kommenden Radsportsonntag aufhalten kann – La Redoute!

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Der Pfeil wird wieder abgeschossen!

Morgen wird am Straßenrand das Amstel-Bier wieder gegen Stella oder Jupiter getauscht. Mit dem Fleche Wallone steht der “kleine” Ardennen-Klassiker auf dem Programm. Schwer wird es nach dem Amstel Gold Race und vor Lüttich-Bastogne-Lüttich auf dem mehr als hügeligen Parcours durch die Wallonie auf jeden Fall werden. Dies liegt nicht zuletzt an der Mur de Huy. Die macht als Mauer mit bis zu 25 Steigungsprozenten ihrem Namen alle Ehre. Sie ist nicht nur der Schlussanstieg des Wallonischen Pfeils, sondern muss auch zuvor schon zwei Mal befahren werden und die Beine zum Brennen bringen. Als kleiner Vorgeschmack hier ein paar Bilder der Mur im Februar wenn noch die Ruhe vor dem Sturm herrscht.

Morgen werden wir sehen wer den Pfeil in der Wallonie abschießt. Valverde? Rodriguez? Oder doch wieder wie bei Paris-Roubaix oder dem Amstel Gold Race ein großer Außenseiter?

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista