Der Tifosi-Stress beginnt!

Aufwachen aus dem Winterschlaf! Die Saison 2017 steht an der Startlinie, die People´s Choice Classic ist bereits vorüber und die Blicke der Radsportwelt gehen nach Down Under.

Somit beginnt gerade bei den ersten Rennen die stressige Zeit der Radsport-Tifosi. Immerhin gilt es eine Menge aufzuarbeiten. Viel altbekannte Teams tummeln sich im Peloton, fahren aber auf einmal mit anderen Trikots oder gar anderen Namen durch Australien.

Vorbildlich macht es da das Team Sky. Es gab zwar einen Ausrüsterwechsel von Rapha zu Castelli, aber der lernfaule Tifosi wird sich darüber freuen, dass die einzige optische Änderung in ein paar zarten weißen und blauen Längslinien liegt. Hauptsache aus der Helikopterperspektive bleibt alles beim Alten! Tifosi-Herz was willst du mehr.

Herausfordernder stellen es da schon die Herren von Trek-Segafredo an. Aus weiß-schwarz mit ein bisschen rot wird rot-schwarz mit ein bisschen weiß. Diese Beschreibung klingt verwirrender als sich der Zwirn der US-Boys optisch darstellt.

Dann gibt es die Gruppe der Teams, die uns durch Namensänderungen versuchen, den Start ins Jahr 2017 ein wenig zu erschweren. Dies gelingt im Fall von Quickstep-Floors weniger gut. Kaum jemandem dürfte aufgrund der kaum vorhandenen optischen Veränderung von Marcel Kittels Arbeitsbekleidung auffallen, dass der Zusatz Etixx fehlt. Ähnlich verhält es sich beim Team Sunweb, deren Namenszug eigentlich nur das Alpecin-Logo der Vorjahres ersetzt.

Schwieriger gestaltet es sich höchstens die Fahrer und Trikots spätestens bis zum Start auf dem Kontinent auf dem Schirm zu haben. Alberto Contador ist nach langer Zeit nicht mehr in grellgelb, sondern im dezenten rot-schwarz des Trek-Teams unterwegs. John Degenkolb nutzt zudem eben diese Garderobe. Auf Vincenzo Nibalis Schultern sucht man vergebens nach den türkisen Astana-Farben und muss sich an den orientalischen blau-rot-goldenen Bahrain-Merida-Zwirn gewöhnen.

Wie froh können wir doch sein, dass Peter Sagan uns das Leben optisch einfach gemacht hat und den Gefallen tut weiter im Regenbogentrikot die Straßen der Welt unsicher zu machen. Und das obwohl der Arbeitgeber jetzt Bora-Hansgrohe heißt und seine berufliche Heimat jetzt Raubling ist.

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Alpecins Imagedoping für Katusha

“Doping für die Haare” lautet der Alpecin-Slogan, der allerseits bekannt ist. “Doping für das Image” könnte der Slogan jetzt nach dem Einstieg als Co-Sponsor im russisch-dominierten Katusha-Team sein. Den besten Ruf hat die Mannschaft sich seit ihrer Gründung nicht erarbeitet. Viel zu oft ging es in erster Linie um positive Dopingbefunde und der Ruf der etwas zwielichtigen Mannschaft eilte den Russen voraus. Daran konnte auch der kurzzeitig engagierte deutsche Manager Hans-Michael Holczer nichts ändern.

Jetzt soll alles anders werden. Mit Alpecin fand sich in deutscher Co-Sponsor und die Internationalisierung des Teams wird vorangetrieben. Nicht nur die neuen deutschen Geldgeber, sondern auch der neue Manager Jose Azevedo soll dazu beitragen. Der Portugiese war bisher sportlicher Leiter und steigt nun zum Sportchef auf. Zudem wurde dank des schweizer Teamsitzes in Genf jetzt auch eine schweizer Lizenz gelöst. So bleibt wirklich fast nur noch der Name Katusha russisch.

Dies spiegelt sich auch im Kader wieder. Lediglich eine handvoll russischer Fahrer steht noch unter Vertrag. Unter ihnen die große Rundfahrthoffnung Ilnur Zakarin. Ansonsten kommt das fahrende Personal von überall her. Unter anderem wurden mit Zeitfahrweltmeister Tony Martin und Rick Zabel auch zwei deutsche Fahrer in die Mannschaft geholt. Daneben wird auch im Personal hinter dem Team viel deutsch gesprochen, unter anderem durch den langjährigen sportlichen Leiter Torsten Schmidt.

Dank dem deutschen Einfluss soll jetzt endgültig der Imagewandel vollzogen werden. Nicht zuletzt durch das Alpecin-Doping. Der Weg der Mannschaft scheint vor dem Hintergrund der aufgedeckten Machenschaften im russischen Sport der einzig Richtige zu sein.

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

7,8 oder 9?

7,8,9 – das sind im Moment die Zahlen die den Radsport beschäftigen. Wie viele Fahrer dürfen 2017 bei welchem Rennen starten und welche Konsequenzen haben die Teams zu befürchten?

Weniger Fahrer bedeuten auch weniger Unfallgefahr. So leicht ist die Rechnung der UCI. Insgeheim geht mit der Neuregelung auch die Hoffnung einher die Rennen, gerade die Tour de France, ein wenig spannender zu gestalten. Während das Team Sky acht bärenstarke Fahrer um ihren ohnehin schon überlegenden Kapitän Chris Froome scharen konnte, sollen es 2017 nur noch sieben Domestiken sein. Ob der Effekt vor dem Hintergrund eintreten wird, dass ja auch die anderen Kapitäne einen Helfer weniger zur Verfügung haben werden, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass es schwerer wird mit einer geringeren Anzahl von Profis ein Rennen zu kontrollieren. Dies gilt wohl noch mehr für die Grand Tours als für die Klassiker und kleineren Etappenrennen, die künftig wohl mit sieben Fahrern pro Team bestritten werden.

Negativ könnte sich diese Neuregelung allerdings vor allem auf die Teams auswirken, die mit dualen Interessen ins Rennen gehen. So war unlängst von Trek-Segafredo-Manager Luca Guercilena zu hören, dass er es für schwierig hält sowohl Alberto Contador für die Gesamtwertung als auch seinen neuen Sprintstar John Degenkolb zu supporten. Bedeutet die UCI-Neuregelung vielleicht Deges Tour-Aus? Auch andere Teams wie FDJ mit Thibaut Pinot und dem endschnellen Arnaud Demare müssen sich die Frage nach ihren Zielen noch deutlicher stellen als sonst.

Weniger Plätze in den Teams werden vor allem einen noch härteren internen Kampf bedeuten. Das Rennen vor dem Rennen wird gerade vor den großen Ereignissen spannender denn je!

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Der Radsport im November

Es ist kalt. Es ist nass. Die Crossräder und Winterschlampen werden bereit gemacht, um den Massen von Laub und Dreck auf den Wegen Herr zu werden. Im Profizirkus stehen die edlen Carbonrenner ebenfalls still. Urlaubsfotos statt gequälte Gesichter im Renngeschehen gibt es derzeit in den sozialen Medien zu sehen.

Es ist also wieder Zeit für den Radsport abseits der Straße. Reformen werden gemacht, letzte Neuverflichtungen getätigt und die Säbel rasseln hier und da. So hat die UCI beschlossen insgesamt 18 Teams für die WorldTour zuzulassen. Aufatmen darf in erster Linie das Team Dimension Data, dass aufgrund der niedrigsten Anzahl von Weltranglistenpunkten zittern musste. Für Bora-Hansgrohe und die neue Formation Bahrain-Merida wird dies wohl die sichere Zugehörigkeit zum illustren Radsportzirkel bedeuten.

Fest steht jedoch auch, dass die Zugehörigkeit zur WorldTour schon ab der kommenden Saison einen enormen Mehraufwand bedeuten wird. Statt bisher 27 Rennen werden schon 2017 insgesamt 37 Rennen im Kalender stehen, die alle Teams der ersten Liga bestreiten müssen. Dazu soll gerüchtweise noch die Tour of Guangxi in China kommen. Nicht alle Mannschaften sind Freunde dieser Reform, die einen enormen finanziellen Mehraufwand für die Rennställe bedeutet. Gerade die französischen Teams mit FDJ an der Spitze kritisieren diese Entwicklung. Mehr Pflichtrenntage bedeuten ebenfalls weniger Chancen sich in der Heimat Fans und Sponsoren zu zeigen. Internationalen Sponsoren ist dies egal, aber Geldgebern wie der französischen Lotterie vielleicht weniger.

Die UCI will neue Märkte erschließen und muss dabei vorsichtig sein die kleineren Teams nicht aus ihrem finanziellen Gleichgewicht zu bringen. Erfreulich aus deutscher Sicht ist hingegen die Aufnahme der Klassikers Eschborn-Frankfurt, wo man sich am 01.Mai über ein sehr starkes Fahrerfeld freuen darf.

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Vive le Düsseldorf

Vive le Düsseldorf müssen wir in diesen Tagen wohl sagen. Die Saison ist vorbei und die Saison ist vielleicht nicht ganz nach Plan verlaufen und trotzdem kann gefeiert werden. Das drittgrößte Sportevent der Welt wird 2017 in Düsseldorf gestartet. Nach dem Prolog dreht das Fahrerfeld noch eine ausgiebige Schleife durch Nordrhein-Westfalen ehe man sich in Richtung Niederlande verabschiedet.

Der Aufschwung im deutschen Radsport lässt sich auch im Fahrerfeld deutlich erkennen. Zwei WorldTour-Teams unter deutscher Flagge werden höchstwahrscheinlich an den Start gehen. Sunweb-Giant hat seinen Status sicher, während Bora-Hansgrohe noch auf die Aufnahme in den elitären Kreis wartet. Dank dem weltmeisterlichen Wiederholungstäter Peter Sagan in den eigenen Reihen dürfte dies aber gelingen. Zudem darf sich die Shampoomarke Alpecin im neuen Katusha-Gewand den einheimischen Fans präsentieren.

Das Medienecho war zudem sehr positiv, was sich auch in der Vergangenheit des öfteren anders dargestellt hat. Es bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten diese große Chance sehen und ergreifen, den deutschen Radsport endlich wieder aus seinem Dornröschenschlaf zu holen.

In diesem Sinne…vive le Düsseldorf!

Euer Barista

Kittel, der Gorilla und der Regenbogen

Andre Greipel

Sehr bald geht es wieder um das weiße Trikot mit dem Regenbogenstreifen. Selten standen die Vorzeichen in den letzten Jahren so gut einen deutschen Weltmeister feiern zu können wie in diesem Jahr in Katar. Der flache Kurs wird die schnellen Jungs bevorzugen und an denen mangelt es in deutschen Landen traditionell nicht.

Gleichzeitig besteht aber das viel diskutierte Luxusproblem. Die erste Entscheidung ist gefallen. Es heißt nicht Andre Greipel oder Marcel Kittel sondern Andre Greipel UND Marcel Kittel. Kann das klappen? Greipel soll die Kapitänsrolle übernehmen und Kittel für die Gorilla den Sprint anziehen. Soweit die Theorie.

In der Vergangenheit hat es derartige Situationen zuhauf gegeben. Bei den Australiern hatte die Rivalität zwischen Simon Gerrans und Michael Matthews jedoch dazu geführt, dass man 2015 den möglichen Titel verpasste. Beide Profis fuhren gegeneinander, statt füreinander, weil sie sich in einer guten Ausgangsposition sahen.

Viel Raum für die beiden Platzhirsche wird es nicht geben sich auf den Straßen unweit der Wüste zu behaken. Die Konkurrenz wartet nur auf derartige Geschehnisse. Die Briten werden Mark Cavendish lancieren, um ihn zum zweiten WM-Titel nach 2012 zu ziehen. Die Italiener können sich auf Bahnolympiasieger Elia Viviani und auf Giacomo Nizzolo berufen. Auch die Franzosen dürften mit Arnaud Demare und Nacer Bouhanni nicht chancenlos sein und in Norwegen schauen alle Augen auf Alexander Kristoff, der im nächsten Jahr in Bergen als Titelverteidiger in der Heimat starten würde.

Die Deutschen und vor allem die beiden Protagonisten Greipel und Kittel haben es selber in der Hand Geschichte zu schreiben. Das Team muss nur funktionieren…

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Das heiße Rennen um die WorldTour-Plätze

So können sich die Dinge ändern. Während es in den vergangenen beiden Jahren fast zu wenig Bewerber um die Plätze in der ersten Liga des Radsports gab, gibt es jetzt fast zu viele. Teams wie IAM (2015) und Dimension Data (2016) wurden fast eingeladen dem illustren Kreis beizuwohnen, damit kein Platz offen blieb.

Durch den Rückzug von Tinkoff und IAM schien es in diesem Jahr fast ähnlich zu laufen. Zwar hatte das Bora-Argon18-Team Pläne geäußert, doch wie realistisch dieses Vorhaben für 2017 war, wusste zu Anfang dieser Saison niemand. Erst die Causa Sagan und das starke (finanzielle) Engagement der Firma Specialized machten den Aufstieg möglich.

Vincenzo Nibali

Aus der Wüste kam die Information, dass man sich in Bahrain dem Thema Radsport widmen will und gleich Pläne hegt in der WorldTour zu starten. Das Geld fließt auch dank des Merida-Einstiegs und spätestens nach der Verpflichtung von Vincenzo Nibali gibt es wenige Zweifel, dass die von Brent Copeland gemanagte Mannschaft einen der begehrten Plätze ergattern wird.

Der Merida-Ausstieg beim traditionsreichen italienischen Lampre-Team schien zudem schwerwiegende Folgen zu haben. Guiseppe Saronni hatte schon mit seinem Team in der zweiten Liga auf ProContinental-Level geplant. Die WorldTour soll sowieso ein Team weniger als in diesem Jahr beherbergen, so dass die Rechnung aufging.

Allerdings kommen jetzt ein paar Unruhestifter aus China, die die Pläne einiger Teams durchkreuzen. TJ Sports heißt die Investment-Firma die das Lampre-Team kaufte und vor dem Absturz retten will. Somit ist der WorldTour-Status des Saronni-Teams gesichert.

Man sollte denken, dass Bora oder das Bahrain-Team deshalb sich weiterhin oder erstmal mit einer ProContinental-Lizenz begnügen müssen, doch beide Mannschaften haben sich durch ihre genannten Neuverpflichtungen auch massig Weltranglistenpunkte eingekauft. So muss plötzlich das Team bangen, das in diesem Ranking am Ende der WorldTour-Teams steht und das heißt Dimension Data. Für Mark Cavendish und Co bleiben nur noch wenige Gelegenheiten, um die Bilanz aufzubessern. Das Rennen hinter den Kulissen wird auf jeden Fall spannend bleiben…

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

El final?

Ist es schon das Ende bei der Vuelta oder erleben wir ein Giro-Szenario? In Italien sah Steven Kruiswijk fast wie der sichere Sieger aus und am Ende stand Vincenzo Nibali ganz oben auf dem Podest.

Die 15.Etappe der diesjährigen Vuelta wird wohl in die Geschichtsbücher eingehen. Während Chris Froome und Kollegen sich auf einen recht ruhigen Arbeitstag eingestellt hatten, durchkreuzten Nairo Quintana und Alberto Contador mit ihren Teamkollegen Skys Pläne. Bevor der zu Beginn fast isolierte Brite die Situation erkannte, waren der kleine Kolumbianer und sein spanischer temporärer bester Freund schon buchstäblich über alle Berge.

Es hätte für Froome, der jetzt dreieinhalb Minuten Rückstand auf Quintana hat, allerdings noch viel schlimmer kommen können. Da ein Großteil der Fahrer weit außerhalb der Karenzzeit lag, drückte die Rennleitung ein Auge zu und beließ die Fahrer im Rennen. Ansonsten hätte sich Froomey mutterseelenallein im Feld wiedergefunden, während seine Teamkollegen die Heimreise angetreten hätten. Quintana hätte lediglich auf Jose Herrada verzichten müssen.

Was passiert in der letzten Woche? Erleben wir ein Giro-Revival? Sky muss etwas Verrücktes versuchen, um Quintana und Co in Bedrängnis zu bringen. Das Streckenprofil verspricht Einiges, wobei aber auch klar ist, dass es unter anderem dem Movistar-Kapitän liegt.

In diesem Sinne…hasta luego an der Bar!

Euer Barista

Showdown am Waseberg und ein neuer Name

Andre Greipel

Die Cyclassics bleiben die Cyclassics und doch ändert sich eine Kleinigkeit. So mussten sich viele Radsportfans lange noch an den Namen Vattenfall Cyclassics gewöhnen und sprachen weiterhin von den HEW Cyclassics. Nun ist Vattenfall auch Geschichte und EuroEyes kann als neuer Partner begrüßt werden. Deutschlands größtes Eintagesrennen ist dadurch finanziell gesichert und die Cyclassics werden sich wieder bester Beliebtheit erfreuen. Gerade die Schleifen durch den Nobelstadtteil Blankenese werden wieder für volle Hamburger Straßen sorgen.

Trotz der Abstinenz der Vuelta-Starter darf man sich wieder über ein illustres Starterfeld am Hamburger Speersort freuen. In Edvald Boasson Hagen (2011), Arnaud Demare (2012), John Degenkolb (2013), Alexander Kristoff (2014) und Andre Greipel (2015) werden sich an der Startlinie treffen und wollen gerne einen weiteren Cyclassics-Sieg einfahren. Zudem wird auch Marcel Kittel am Start stehen, um in Hamburg um den Sieg auf der Mönckebergstraße mitzusprinten und das gerade auch im Hinblick auf die WM prestigeträchtige Duell gegen Andre Greipel gewinnen.

Knackpunkt des Rennens wird wieder der Waseberg sein. Besonders lang ist er nicht, aber kurz und knackig. Wer kommt also vorne mit über die Kuppe oder wer muss abreißen lassen? So manch einem Sprinter hat genau diese Passage den Sieg in Hamburg gekostet. Ob sich dieses Szenario wiederholt werden wir am Sonntag erfahren…

In diesem Sinne MOIN, MOIN und…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Viva Espana – La Vuelta

Die dritte Grand Tour des Jahres steht in den Startlöchern! Am Samstag geht es mit einem Mannschaftszeitfahren in die Vuelta. Wieder einmal werden sich die Starter ein wenig in zwei Kategorien teilen lassen. Die erste Kategorie hat sich gezielt auf die Spanien-Rundfahrt vorbereitet. Die zweite Kategorie will, meist nach einer nicht nach Wunsch verlaufenen Tour de France, die Saisonbilanz aufpolieren. Ok streng genommen gibt es eine dritte Kategorie bestehend aus Chris Froome. Der Brite will sich nach der Tour de France-Titelverteidigung jetzt auch noch seinen ersten Vuelta-Gesamtsieg sichern. Diese Rechnung hat der Sky-Kapitän nach zwei zweiten Plätzen definitiv noch offen. Verzichten muss er allerdings auf seinen verletzten Edelhelfer Mikel Landa.

Musste seinen Vuelta-Start kurzfristig absagen – Mikel Landa

Zur ersten Kategorie gehört zum Beispiel Esteban Chaves. Der kleine Kolumbianer aus dem Orica-Team gilt als einer der Geheimfavoriten. Nach dem Giro und einer langen Pause geht der Kletterkünstler bestens gerüstet ins Rennen. Die insgesamt zehn Bergankünfte dürften ihm liegen. Sein Landsmann Miguel Angel Lopez von Astana hegt ebenfalls diese Ambitionen. Durch das Fehlen von Vorjahressieger Fabio Aru und Vincenzo Nibali ist ihm die volle Unterstützung seiner Mannschaft sicher. Steven Kruiswijk hatte den Giro-Sieg bis zu seinem Sturz fast in der Tasche. Statt der Tour hat der Niederländer die Vuelta als großes persönliches Ziel auserkoren und wir können gespannt sein, was der LottoNL-Kapitän in diesem Jahr zeigt.

Zur Kategorie der Unglücklichen zählen diverse Fahrer. Angeführt wird die Gruppe von Nairo Quintana und Alberto Contador. Beide Profis wollten bei der Tour de France den großen Wurf landen und ins gelbe Trikot fahren. Quintana hatte allerdings mit seiner schwachen Form zu kämpfen. Er hatte sich auf das Training in den Höhenlagen seiner Heimat Kolumbien konzentriert und am Ende fehlten vielleicht wichtige Rennkilometer. Auch vor der Vuelta hat man Quintana wenig gesehen, so dass seine Form eine große Unbekannte darstellt. Sein Movistar-Team stellte ihm zumindest den Edelhelfer Alejandro Valverde zur Seite, um den großen Wurf zu schaffen. Alberto Contador ließ sich nach seinem Ausscheiden bei der Tour zumindest recht erfolgreich wieder im Sattel blicken. Die Form des Spaniers scheint zu stimmen. Bei BMC wird Tejay van Garderen versuchen seine blutleere Tour-Performance vergessen zu machen. Allerdings muss er sich die Leaderrolle mit Lokalmatador Samuel Sanchez teilen.

Philippe Gilbert

Zu den Comeback-Kategorie zählt auch der australische Altmeister Simon Gerrans. Verletzungen und Stürze prägten leider seine Saison 2016. Für die Gesamtwertung muss man ihm mit Sicherheit nicht auf der Rechnung haben, aber ein Etappensieg soll am Ende schon rauskommen. Mit ähnlichen Etappenjäger-Fähigkeiten ist auch Philippe Gilbert ausgestattet. Der Belgier würde gerne seinen BMC-Abschied mit einer starken Grand Tours-Vorstellung veredeln.

Christian Knees

Auch deutscher Sicht ist vor allem die sechzehnte Grand Tours-Teilnahme von Christian Knees erwähnenswert. Der Rheinbacher wird als Road Captain versuchen seinen Kapitän Chris Froome zum Vuelta-Triumph zu pilotieren.