La Doyenne ruft zum Ardennen-Showdown

La Doyenne, der älteste Eintagesklassiker im Radsport, markiert am Sonntag den Ardennen-Showdown und beschließt nach dem Amstel Gold Race und dem Fleche Wallone das Triple. Für manche Kritiker ist Lüttich-Bastogne-Lüttich etwas angestaubt. Die zwischen einer Tankstelle und einem Supermarkt gelegene Zielgerade versprüht auf den ersten Blick wenig Prestige und Romantik. Aber gerade das macht dieses Rennen aus.

La Doyenne ist eben nicht schön. Sie ist hart. Vielleicht gibt es nur ein Dutzend kategorisierte Berge, aber der Kurs beinhaltet in Wahrheit 35-40 Anstiege. Es geht über die komplette Distanz von knapp 260 Kilometern langen Rennens. Vor allem im zweiten Teil erwartet die Profis ein ständiges Auf und Ab.

Die richtige Taktik ist der Schlüssel. Eine lange Flucht ist aufgrund des Kurses nur schwer durchsetzbar. Die ersten rennentscheidenden Attacken werden wieder an La Redoute kommen. Wer hier den Anschluss verliert wird mit dem noch knapp 40 Kilometer entfernten Finale nichts mehr zu tun haben. Noch entscheidender könnte jedoch der Anstieg Roche aux Faucons sein, von dem der Weg ins Ziel nicht mehr so weit ist. Wer keine Sprinterbeine besitzt, sollte hier schauen, dass Fahrer wie Greg van Avermaet, Alejandro Valverde oder Michal Kwiatkowski nicht mit über die Kuppe schaffen.

Für Spannung ist zum großen Ardennen-Finale auf jeden Fall wieder gesorgt. Stellt Jupiter oder Stella kalt, frittiert die Pommes und genießt das Rennen!

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Alejandro schießt den Pfeil ab

Gestern hat sich Alejandro Valverde endgültig zum König des Fleche Wallone gekrönt. Auch bei sehr kaltem, windigem Wetter ließ sich der Movistar-Captain nicht davon abhalten seinen fünften Fleche-Titel zu feiern, der zum gleichen Zeitpunkt der vierte Sieg in Folge war. Der neue König der Wallonie ist also Spanier. Der Fleche Wallone fordert die Profis mit einem der härtesten Finale, das sowohl als auch physisch alles abverlangt. Wer es vor dem engen Anstieg nicht schafft sich vorne optimal zu platzieren, hat mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Valverde bewies wieder, dass er sowhl das taktische Näschen und den nötigen Punch besitzt, um den Pfeil abzuschießen.

Der kleine Ardennen-Klassiker, der oft im Schatten von Lüttich-Bastogne-Lüttich steht, bot mal wieder Radsport vom Feinsten. Der legendäre und von vielen Profis gefürchtete Schlussanstieg an der Mur de Huy wurde wieder zu einem Amphitheater des Radsports.

Auch wenn der Fleche Wallone nicht den Status eines Radsport-Monumentes hat, sei er jedem Radsportfan ans Herz gelegt. Wer ein Radrennen live an der Strecke sehen will, sollte sich auf den Weg nach Huy machen. Drei Mal muss die “Mauer” bezwungen werden. So sieht man die Profis nicht nur einmal schnell vorbeihuschen, sondern bekommt alle Facetten des Sports gleich mehrfach geboten. Neben der Strecke sorgen vor allem die enthusiastischen Einheimischen für eine einmalige Stimmung. Radsport pur!

In diesem Sinne…auf zum Fleche und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Die Ardennen warten

Die Klassikersaison geht weiter. Das Kopfsteinpflaster wird den unbarmherzigen, kurzen, knackigen Anstiegen der Ardennen weichen. Am Sonntag steht das Amstel Gold Race auf dem Plan. Für euch schon mal ein paar Impressionen an der Bar…

In diesem Sinne bis die Tage an der Bar zum Fleche Wallone…

Euer Barista

Die Königin bittet in die Hölle

Die Königin der Klassiker lädt zum Rennen durch die Hölle des Nordens. Am Sonntag steigt mit Paris-Roubaix der vielleicht schönste Radsport-Tag des Jahres. Um kaum ein Rennen ranken sich so viele Geschichten und Mythen. Wer hier gewinnt, fährt sich in die Geschichtsbücher. So viel steht fest.

Gewinnen wird der Stärkste und Glücklichste. Das Königin verzeiht keine Schwächen. Und auch kein Pech. Wenn der Defektteufel zuschlägt auf den unbarmherzigen Pflastersteinen, kann das Rennen vorbei sein. Doch irgendwie geht es nicht nur um den Sieg. Der Weg ist das Ziel. Und das ist die altehrwürdige Radbahn in Roubaix. Ein Symbol für dieses Rennen. Schmutzig, alt, irgendwie nicht aus dieser Zeit und gerade deshalb eine Schönheit. Man kann die Geschichte überall in diesem Rennen förmlich atmen. In den Duschen in denen es kein warmes Wasser gibt und die trotzdem den warmen Teambussen vorgezogen werden. Hier waren sie alle…Merckx, Musseuw, Boonen…

Bradley Wiggins sagte einst, er hätte seinen Tour de France-Sieg gegeben, um einmal Paris-Roubaix zu gewinnen. Dieser Umstand sagt alles über den Stellenwert des Rennens. Vielleicht lässt die Königin zudem in der Hölle ein Märchen zu und Tom Boonen darf sich bei seinem letzten Auftritt im Profizirkus als Rekordsieger krönen lassen.

In diesem Sinne…au revoir und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Die Muur ist zurück!

Nicht ein Fahrer oder Team wird sein Comeback bei der Flandern-Rundfahrt feiern, sondern der Streckenabschnitt der für das Rennen steht wie kein Anderer – die Muur von Geraardsbergen. Nur circa einen Kilometer lang, aber über 20 Prozent steil ist die Mauer, die mit diesen Werten ihrem Namen mehr als gerecht wird.

Die unscheinbare Kopfsteinpflasterstraße hoch zur Kapelle wird am Sonntag wieder zur Radsport-Arena. Werden es 3000 oder 4000 Fans sein, die die Passage ein radverrücktes Amphitheater verwandeln? Man weiß es nicht, aber die Stimmung wird ihresgleichen suchen.

Fünf lange Jahre war die Muur nicht mehr Teil der Ronde. Der Aufschrei war damals groß. Sogar so groß, dass ein Sarg in dem symbolisch die Flandern-Rundfahrt enthalten war, in die Kapelle an der Kuppe der Mauer getragen wurde. Die Ronde ohne Muur ist keine richtige Ronde. Dieser Meinung sind auch einige Fahrer wie der Brite Roger Hammond. Sie fügt Schmerzen zu mit ihrem groben Kopfsteinpflaster, doch die Fahrer werden angefeuert von den Tifosi gleichzeitig eine Gänsehaut verspüren.

Rennentscheidend war die Muur schon oft. So nahm Fabian Cancellara seinem Fluchtpartner Tom Boonen einmal fast eine Minute ab und ebnete den Weg zu einem seiner Siege auf der Ronde. Bilder wie die des alleine in Führung liegenden Johan Museeuw der von frenetischen Fans ins Ziel gebrüllt wird, schrieben Radsport-Geschichte.

Die Muur ist zurück. Die Legende lebt.

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Es geht auf De Ronde

De Ronde steht am Wochenende auf dem Rennprogramm. Die Flandern-Rundfahrt wird wieder die Massen elektrisieren. An fast keinem anderen Ort wird das Thema Radsport so gelebt wie in der belgischen Region. Bier, Pommes und Radsport werden das Wochenende beherrschen. Es verspricht ein großer Radsport-Sonntag zu werden…

Das Duell der Giganten

Weltmeister gegen Olympiasieger. Oder Peter Sagan gegen Greg van Avermaet. Auf dieses heiße Duell dürfen wir uns freuen. Bora-Chefkoch Sagan hat kein konkretes Rezept für den Flandern-Sieg und wird sich wieder auf seinen Instinkt und seine Urgewalt verlassen. Eines hat er mit dem Olympiasieger van Avermaet gemeinsam und das ist die Favoritenrolle. Der BMC-Captain gewann sowohl Gent-Wevelgem und auch die Mini-Flandern-Rundfahrt E3 Harelbeke. In beiden Rennen zeigte der Lokalmatador seine bestechende Form. Allerdings profitierte er auch ein wenig davon, dass alle Teams gegen Sagan fuhren und der Weltmeister als der markierte Fahrer vollkommen auf sich alleine gestellt war. So inkognito kann van Avermaet auf Flanderns Straßen nicht mehr unterwegs sein.

Ein Team und viele Anwärter

Tom Boonen

Es geht aber nicht nur um die Herren Sagan und van Avermaet. Vor allem die Quickstep-Klassikermacht will mit den beiden belgischen Radheroen Tom Boonen und Philippe Gilbert dem Rennen ihren Stempel aufdrücken. Die Frage wird vor allem sein, für welchen der beiden Superstars Quickstep im Endeffekt fahren wird. Die Stärke des Teams ist beeindruckend. Nur müssen Lefevres Mannen diese scheinbare Übermacht in Resultate ummünzen. Zudem gibt es viele Anwärter, die im Schatten der Hauptdarsteller den großen Wurf schaffen wollen. Dabei handelt es sich durchaus um Schwergewichte der Szene wie John Degenkolb oder Alexander Kristoff, die ihre Klassikersaison schon früh im Jahr krönen wollen. Wenn Sagan seine Rechnungen mit Quickstep begleichen will, deren fehlende Kooperation bei der Gent-Wevelgem-Nachführarbeit er moniert hatte und alle Anderen auf van Avermaet schauen, könnte der Coup für Dege und Co gelingen.

Gelb-schwarze Flaggen, Stella und Jupiter

Bei der Ronde sind es aber auch die Nebenschauplätze abseits der Straße, die dieses Rennen so besonders machen. Bei kaum einem Radrennen säumen so viele Zuschauer die Straße. Das gelb-schwarze Fahnenmeer, Feldwege mit Kopfsteinpflaster, fiese Anstiege und Zuschauer deren Stimmung durch die bekannten lokalen Biersorten Stella und Jupiter nicht schlechter wird…das ist die Flandern-Rundfahrt!

In diesem Sinne…Prost und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

La Primavera steht in den Startlöchern

Die Blumen fangen an zu blühen und der Frühling steht in den Startlöchern. La Primavera ist das große Stichwort des Wochenendes für die Radsportler, denn nicht nur die Blumen kommen raus, sondern auch das erste Eintagesmonument des Jahres steht auf dem Plan. Mailand-San Remo wird sehnsüchtig erwartet und es scheint den Tifosi auch in diesem Jahr eine spannende Austragung zu winken.

Hoffnungen aus einen Sieg macht sich erneut John Degenkolb. Die bisherige Saison in den Farben seines neuen Arbeitgebers Trek-Segafredo verlief mit ein paar Podiumsplätzen bei Paris-Nizza bisher solide. Chancen und die nötige Form hat Dege auf jeden Fall.

Die deutschen Teams Sunweb und Bora-Hansgrohe werden sich ebenfalls viel ausrechnen beim Start in den Frühling. Sunweb wird mit einem bärenstarken Aufgebot in Italiens Norden erwartet an dessen Spitze Michael Matthews steht. Der kann sich auf die Unterstützung von Tom Dumoulin, Warren Barguil und Simon Geschke verlassen, die ihn über den Poggio und die Cipressa pilotieren sollen.

In der Bora-Küche hofft man ebenfalls das richtige Taktikrezept für Chefkoch Peter Sagan gefunden zu haben. Der Weltmeister ist der Top-Favorit und sehr viel spricht dafür, dass er dieser Rolle auch gerecht werden könnte.

Holt also die Liegestühle raus, stellt mindestens einen Espresso bereit und habt die Gazetta für die Hintergründe im Anschlag. Es ist Zeit für Milano-San Remo!

In diesem  Sinne…ciao und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

 

Omloop, Kuurne und die Rückschlüsse

Die ersten beiden Klassiker der Saison 2017 sind vorüber und mit Greg van Avermaet und Peter Sagan setzten sich zwei übliche Verdächtige durch. Gerade der Weltmeister aus der Slowakei dürfte die Teamverantwortlichen aus Raubling verzückt haben. Wurde Peto bei Omloop Het Nieuwsblad noch knapp geschlagen, so schlug er bei Kuurne-Bruxelles-Kuurne umso härter zurück.

Gerade am Samstag hatte man ein wenig den Eindruck eine kleine Zweiklassengesellschaft vorzufinden. Van Avermaet, Sagan und ihr Begleiter Sep Vanmarcke schafften es das komplette noch verbleibende Feld hinter sich verzweifeln zu lassen. Dies lag mit Sicherheit daran, dass sich unter anderem die belgische Klassiker-Macht von Quickstep nach dem Sturz ihres Grand Capitanos Tom Boonen nicht mehr an der Nachführarbeit beteiligte, zeigte aber auch auf welche Fahrer wieder bezüglich Monumenten wie der Flandern-Rundfahrt geachtet werden muss.

Jetzt legt der Radsport-Zirkus wieder eine kleine Kopfsteinpflaster-Pause ein, ehe es dann in Flandern und Roubaix richtig zur Sache gehen wird.

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Das Kopfsteinpflaster rückt näher…

Schon bald wird es wieder klassisch zugehen und der internationale Radsport-Zirkus nähert sich der belgischen Region Flandern und der Hölle des französischen Nordens bei Paris-Roubaix. Grund genug schon einmal einen Blick in die noch ruhigen und menschenleeren Regionen zu werfen, die bald schon von tausenden Tifosi geströmt werden…

Flandern

Der Wald von Arenberg

Velodrome Roubaix

Bald werden an diesen Plätzen wieder die schmerzverzerrten Gesichter der Profis zu sehen sein…

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Scheint nach dem Haardoping die mediale Sonne?

Das Team Sunweb startet als eines der WorldTour-Teams in die Saison. Und nicht nur als eines der WorldTour-Teams, sondern als eines von zwei deutschen WorldTour-Teams. Allerdings scheint man sich trotz der Sonne im Namen in der öffentlichen Wahrnehmung auf einmal im Schatten wiederzufinden.

Durch den Alpecin-Einstieg und die gelöste deutsche Lizenz erfreute sich der in Holland beheimatete Rennstall von Teamchef Iwan Spekenbrink großer Aufmerksamkeit. Diese hatte zudem mit deutschen Top-Fahrern wie die ehemaligen Paris-Roubaix-Sieger John Degenkolb zu tun. Haargeladene TV-Spots des Sponsors lenkten das mediale Radsport-Interesse fast nur auf Degenkolb, Geschke und Co. Doch schon der Abgang von Marcel Kittel zu Quickstep und der dort gefeierte Lidl-Einstieg verteilte das Interesse der Medien merklich. Die Spitze des Eisbergs stellte dann der Wechsel von Top-Star Dege zu Trek-Segafredo da. Deutsche Galionsfiguren gab es kaum noch. Allenfalls der berühmteste Vollbart des Pelotons und Tour-Etappensieger Simon Geschke und mit Abstrichen Nikias Arndt sorgen in der wieder aufkeimenden deutschen Radsport-Medienlandschaft für Notizen in den Gazetten.

Diesen Umstand hat man auch in Bielefeld in der Haardoping-Hauptzentrale von Alepcin erkannt und die Reißleine gezogen. Deutsches Team hin oder her, bekannte Namen müssen den Schriftzug auf der Brust tragen. Dementsprechend entschied man sich zum Einstieg beim einstigen russischen und jetzt unter schweizer Flagge fahrenden Katusha-Team. Zeitfahrweltmeister Tony Martin nahm man gleich mit und Talent Rick Zabel wird ebenfalls in den Katusha-Dress schlüpfen.

Vielleicht müssen es nicht deutsche Fahrer sein, um werbewirksam zu sein. Das Paradebeispiel ist der zweite deutsche Rennstall unter den Top-Teams. Bora-Hansgrohe leistete sich aufgrund einer kräftigen Specialized-Finanzspritze einfach den bekanntesten Rennfahrer der Welt. Alle Welt schaut auf den Weltmeister Peter Sagan der im Bora-Regenbogentrikot die Straßen des Planeten bereist und so auch hierzulande dem Rennstall aus Raubling eine große Publicity beschert.

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista