Der Giro bisher…

Mikel Landa (Sky)

Der Giro d´Italia bietet auch in diesem Jahr viel Spannung. Vor allem deshalb, weil sich die Favoriten gegenseitig nur wenig Zeit nehmen konnten. Lediglich Mikel Landa musste sich klar aus dem Rennen verabschieden und aufgrund einer Krankheit aufgeben. Ilnur Zakarin musste im Zeitfahren nach Defekten und Stürzen Federn lassen, sollte aber auf keinen Fall abgeschrieben werden.

Vincenzo Nibali (Astana)

Die beiden Hauptkonkurrenten scheinen weiterhin Vincenzo Nibali und Alejandro Valverde zu sein. Beide zeigten sich auch schon. So versuchte Nibali eine Attacke die aber direkt gekontert wurde, während Movistar bei der gestrigen Bergankunft einen Stich in Richtung der Konkurrenz setzen wollte. Man scheint sich also nicht nur auf die letzte, schwere Giro-Woche zu verlassen und versucht schon früh eine Vorentscheidung zu suchen. Vor allem deshalb, weil es in den vergangenen Jahren immer relativ knapp zuging. Höchstens Alberto Contador konnte im vergangenen Jahr etwas deutlicher durchsetzen, profitierte dabei aber vom fehlgeschlagenen Astana-Taktikpoker.

Bob Jungels (Etixx-Quickstep)

Die Teams der Stunde kommen indes aus Belgien. Sowohl das im Frühjahr gescholtene Etixx-Quickstep-Starensemble als auch Lotto-Soudal können beide bereits drei Etappensiege verbuchen. Lotto konnte zwei Mal den deutschen Sprint-Gorilla Andre Greipel und einmal Tim Wellens feiern. Etixx feierte zwei Etappensiege durch den inzwischen ausgeschiedenen Marcel Kittel und hat mit dem weiteren Etappensieger Gianluca Brambilla und dem derzeit führenden Bob Jungels schon drei Träger des Maglia Rosa in seinen Reihen.

Heute wird sich weiter belauert und der erste große Showdown wartet am Sonntag mit dem Bergezeitfahren auf die Seiseralm.

In diesem Sinne…ciat und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Ein pink-oranges Wochenende

Es war ein pink-oranges Wochenende. Der Giro d`Italia gastierte in den Niederlanden. Der Holländer feierten den Giro und der Giro die Holländer. Mal wieder bewiesen unsere Nachbarn nach dem letztjährigen Tour de France-Start in Utrecht, dass sie ein mehr als würdiger Startort für eine Grand Tours sind. Die begeisterten orangen Tifosi säumten auf den ersten drei Etappen die Straßen und feierten eine riesige Radsportparty. Die Profis taten ihren Teil dazu bei und erfüllten die zahlreichen “Selfie please”- und Autogrammwünsche.

Der König des bisherigen Giros ist indes ein Deutscher. Marcel Kittel gewann die ersten beiden Flachetappen in einer unnachahmlichen Art und Weise und scheint in der derzeitigen Form in den Sprint Royale-Ankünften fast nicht zu bezwingen zu sein. Es scheint so als fährt sich die Etixx-Quickstep-Sprintmaschine gerade den ganzen frust der verkorksten letzten Saison von der Seele. So müssten es die Fans in oranje verschmerzen, dass ihr Tom Dumoulin auf dem Weg nach Italien das rosane Trikot abgeben musste, dass er zuvor für eine kurze Zeit durch seine Heimat spazieren fahren durfte.

In diesem Sinne…ciao und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Giro 2016 – Grande Partenza

Der Barista hat sich für euch auf den Weg zum Giro d`Italia-Start nach Apeldoorn gemacht und ein paar Eindrücke direkt aus dem Zielbereich gesammelt…

Soigneur Stefan Srzek nimmt Songenzo Jim (Dimension Data) in Empfang

Jose Herrada (Movistar) wird versorgt

Auch Moreno Hofland (LottoNL-Jumbo) bekommt bei den warmen Temperaturen schnell ein kühles Getränk im Ziel

Svein Tuft (Orica-GreenEdge) durfte das Maglia Rosa schon einmal tragen

Blel Kadri (Ag2r) ist schon wieder bester Laune

…genauso wie Matthias Brändle (IAM)

Sean De Bie (Lotto-Soudal) freut sich über einen Plausch mit der Familie bevor es bald nach Italien geht

Elia Viviani (Sky) checkt sofort die Ergebnisse

Bob Jungels (Etixx-Quickstep) steht die Anstrengung ins Gesicht geschrieben

Mikel Landa (Sky) steht Rede und Antwort

Rafal Majka (Tinkoff) hat den ersten Test bestanden

Vincenzo Nibali (Astana) bahnt sich den Weg durch die Pressemeute

In diesem Sinne…ciao und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Das Ardennen-Revival

Die Ardennen-Klassiker 2016 sind Geschichte…Zeit für einen fotografischen Barista-Rückblick…

Das Feld am Cauberg

Amstel-Sieger Enrico Gasparotto (Wanty)

Paris-Roubaix-Sieger Matthew Hayman (Orica) an der Mur de Huy

Mur Instable an der Mur de Huy

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

 

Das große Ardennen-Finale steht an

La Doyenne heißt Lüttich-Bastogne-Lüttich auch und stellt das große Finale der Ardennen-Klassiker da. Das älteste Eintagesrennen wirft seine Schatten voraus. Schnee ist angesagt und es verspricht eine ganz besondere Ausgabe zu werden. An den unzähligen Anstiegen, insbesondere an La Redoute, werden die Scharen trinkfreudiger Belgier sich ihre warmen Gedanken machen. Eins steht bereits fest – ihr Liebling Philippe Gilbert wird nicht am Start stehen und seine Handverletzung auskurieren. Nur wer wird gewinnen?

Ein Außenseitersieg wie beim Amstel Gold Race ist durchaus möglich. Enrico Gasparotto kann nach seinem Coup am Cauberg jedoch nicht mehr zu den Außenseitern gezählt werden und wurde unlängst sehr guter Fünfter beim Fleche Wallone. Der Sieger des Wallonischen Pfeils Alejandro Valverde wird sich indes in der Rolle des Top-Favoriten wiederfinden. Das Etixx-Quickstep-Duo Dan Martin und Julian Alaphilippe werden versuchen den Spanier mit geballter Kraft zu bezwingen. Aussie-Veteran Simon Gerrans dürfte ebenfalls ein Wörtchen mitsprechen. Dazu gesellen sich Kandidaten wie Warren Barguil, Roman Kreuziger oder der nimmermüde Belgier Tim Wellens.

Vor allem wird es aber wieder der Tag sein, an dem aus einem unscheinbaren Feldweg neben einer Autobahn der prestigeträchtigste Ort wird, an dem man sich am kommenden Radsportsonntag aufhalten kann – La Redoute!

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Der Pfeil wird wieder abgeschossen!

Morgen wird am Straßenrand das Amstel-Bier wieder gegen Stella oder Jupiter getauscht. Mit dem Fleche Wallone steht der “kleine” Ardennen-Klassiker auf dem Programm. Schwer wird es nach dem Amstel Gold Race und vor Lüttich-Bastogne-Lüttich auf dem mehr als hügeligen Parcours durch die Wallonie auf jeden Fall werden. Dies liegt nicht zuletzt an der Mur de Huy. Die macht als Mauer mit bis zu 25 Steigungsprozenten ihrem Namen alle Ehre. Sie ist nicht nur der Schlussanstieg des Wallonischen Pfeils, sondern muss auch zuvor schon zwei Mal befahren werden und die Beine zum Brennen bringen. Als kleiner Vorgeschmack hier ein paar Bilder der Mur im Februar wenn noch die Ruhe vor dem Sturm herrscht.

Morgen werden wir sehen wer den Pfeil in der Wallonie abschießt. Valverde? Rodriguez? Oder doch wieder wie bei Paris-Roubaix oder dem Amstel Gold Race ein großer Außenseiter?

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Die Ardennen-Woche Teil 1

Kopfsteinpflaster adé und herzlich Willkommen in den Ardennen! Es wird in dieser Woche hügelig und die Puncher unter den Profis werden in ihren Element sein. Morgen geht es bei Fleischrolle Spezial, Heineken und Pommes ins Amstel Gold Race. Der Eyserbosweg, der Keutenberg und der Cauberg stehen unter anderem auf dem deftigen Menuplan des niederländischen Klassikers. Gerade am letztgenannten Schlussanstieg wird im holländischen Radsport-Mekka Valkenburg wieder eine große Party in Oranje gefeiert werden.

Hier sind zur Einstimmung ein paar Impressionen aus dem letzten Jahr…

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Die Königin bittet in die Hölle

Die Hölle des Nordens…Königin der Klassiker…Paris-Roubaix hat viele Namen. Kein Eintagesrennen ist so mystisch, so gefürchtet und übt eine solche Faszination aus. Das geht nicht nur den Zuschauern, sondern vor allem den Profis so. Welches andere Rennen schafft es schon, dass es die Fahrer als Privileg empfinden einen alten maroden Duschraum mit kaltem Wasser dem warmen und luxusriösen Tourbus vorzuziehen? Wo weckt sonst die Einfahrt in ein altes, baufällig wirkendes Velodrome solche Glücksgefühle? Wer es bis hierher durch die Hölle des französischen Nordens geschafft hat ist ein Held.

Der Wald von Arenberg. Das Rennen wird hier nicht gewonnen, aber kann hier verloren werden. Hier wurden Helden geboren und hier fielen Helden. Wo einst der erste Weltkrieg tobte, kann alles vorbei sein. Belgiens Legende Johan Musseuw brach sich hier die Kniescheibe, die auf einem der groben Pflastersteine zersplitterte. Aus der Traum von Roubaix. Drei Mal erreichte er Roubaix jedoch als Sieger. Als einer der großen Helden in der Hölle des Nordens. Zwei Mal nach seinem schweren Unfall bei dem er fast sein Bein verloren hätte.

Nach dem gefürchteten Wald von Arenberg, der viele Fahrer bereits an ihre Grenzen bringen wird sind es jedoch immer noch gut 100 Kilometer ins Ziel. Das Rennen vergibt keine Schwächen. Über 50 Kilometer unwegsamsten Kopfsteinpflasters warten auf die Profis, bis es endlich ins altehrwürdige Velodrome in Roubaix geht.

Die besten Zeiten hat die Radbahn bereits gesehen. Doch einmal im Jahr wird sie zum Nabel des Radsports. Roubaix ist erreicht. Die Hölle durchquert. Die Königin bezwungen.

In diesem Sinne…au revoir und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

De Ronde wartet!!

Stella oder Jupiter? Diese große belgische Bierfrage gilt es am Sonntag am Straßenrand bei der Flandern-Rundfahrt zu klären. Zumindest ist es seitens der einheimischen Fans eine der wichtigsten Fragen die im Vorfeld der Ronde geklärt werden muss. Fakt ist, dass die belgischen Brauereien wieder ihren Teil zur einzigartigen Stimmung beim ersten Kopsteinpflaster-Monument des Jahres beitragen werden.

Bereits in den vergangenen Tagen machten sich die Teams auf die Strecke, um sich die wichtigsten Teile anzuschauen. Ein Video, welches ein paar Astana-Fahrer und Kollegen des Sky-Teams schiebend am Koppenberg zeigt, deutet darauf hin was die Profis erwarten wird. Durch die teilweise matschigen und nassen Pflastersteine werden die zahlreichen “Bergs” zu tückischen Hindernissen. Aber genau das macht den Radsport in Flandern aus.

“De Ronde” verzeiht keine Schwächen. Welmeister Peter Sagan, der am Sonntag sicherlich zu den Top-Favoriten gehört, sagte bereits das es keine richtige Taktik gibt. Viel wird auf die Beine und den Instinkt der Fahrer ankommen. “De Ronde” ist eines dieser Rennen, die vom stärksten Fahrer des Tages gewonnen wird, der zudem den richtigen Zeitpunkt für den richtigen Antritt erwischt.

Die belgischen Fans lechzen nach einem einheimischen Sieger. Greg van Avermaet und Tom Boonen dürften die beiden aussichtsreichsten Anwärter sein. Große Hoffnungen ruhen zudem auf dem Lotto-Roukie Tiesj Benoot. Ein großes Radsportfest wird es in dem durch schlechte Nachrichten erschütterten Land geben. Und wenn auch noch ein Belgier gewinnt wird es wohl heißen Jupiter und Stella!

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Sagan, Matthews, van Avermaet oder doch ein Gerald?

La Primavera steht in der Startlöchern. Damit ist nicht nur der Frühling an sich, sondern bei den Tifosi in erster Linie Mailand-San Remo gemeint. Das erste große Eintagesmonument der Saison wirft seine Schatten  voraus. Dabei wird es mal wieder spannend zu sehen sein, welcher Fahrertyp sich über die mehr als 290 Kilometer im italienischen Norden durchsetzt. Steigungen wie die Cipressa und Poggio machen das Finale des Rennens auch in diesem Jahr wieder schwer. Der eine oder andere Sprinter dürfte ihnen wohl zum Opfer fallen.

So schicken Astana und Movistar mit Vincenzo Nibali und Alejandro Valverde eher ihre Rundfahrtspezialisten als Kapitäne ins Rennen. Sie dürften es allerdings aufgrund der Vielzahl von ausgemachten Klassikerspezialisten, die sowohl einen Sprint aus einer großen Gruppe gewinnen können und aber auch über die kleinen giftigen Anstiege kommen, schwer haben. Zu dieser Kategorie Fahrer zählen eben die genannten drei Barista-Top-Favoriten. Peter Sagan muss natürlich die Last des Regenbogen-Trikots tragen und zeigen, dass sein Klassiker-Knoten nach vielen zweiten Plätzen (auch wieder in diesem Jahr) endlich platzt. Greg van Avermaet feierte gerade einen Sensationssieg bei Tirreno-Adriatico und befindet sich in der Form seines Lebens. Michael Matthews schickt sich nach seinen bärenstarken Leistungen bei Paris-Nizza an, La Primavera als dritter Australier der Geschichte zu gewinnen.

Das Dark Horse ist wiederum ein alter Bekannter. Fabian Cancellara gewann unlängst in unwiderstehlicher Manier die Strade Bianche und macht nicht gerade den Eindruck als ob er sich in aller Ruhe in Richtung Radsport-Rente verabschieden will. Oder werden wir einen Sieger des Typs Gerald 2.0 sehen? Wer erinnert sich nicht gerne in Deutschland in Gerald Cioleks Sensationssieg 2013? Der Pulheimer kann leider nicht ins Geschehen eingreifen, aber ein anderer Überraschungssieger ist durchaus denkbar.

In diesem Sinne…ciao und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista