Showdown am Waseberg und ein neuer Name

Andre Greipel

Die Cyclassics bleiben die Cyclassics und doch ändert sich eine Kleinigkeit. So mussten sich viele Radsportfans lange noch an den Namen Vattenfall Cyclassics gewöhnen und sprachen weiterhin von den HEW Cyclassics. Nun ist Vattenfall auch Geschichte und EuroEyes kann als neuer Partner begrüßt werden. Deutschlands größtes Eintagesrennen ist dadurch finanziell gesichert und die Cyclassics werden sich wieder bester Beliebtheit erfreuen. Gerade die Schleifen durch den Nobelstadtteil Blankenese werden wieder für volle Hamburger Straßen sorgen.

Trotz der Abstinenz der Vuelta-Starter darf man sich wieder über ein illustres Starterfeld am Hamburger Speersort freuen. In Edvald Boasson Hagen (2011), Arnaud Demare (2012), John Degenkolb (2013), Alexander Kristoff (2014) und Andre Greipel (2015) werden sich an der Startlinie treffen und wollen gerne einen weiteren Cyclassics-Sieg einfahren. Zudem wird auch Marcel Kittel am Start stehen, um in Hamburg um den Sieg auf der Mönckebergstraße mitzusprinten und das gerade auch im Hinblick auf die WM prestigeträchtige Duell gegen Andre Greipel gewinnen.

Knackpunkt des Rennens wird wieder der Waseberg sein. Besonders lang ist er nicht, aber kurz und knackig. Wer kommt also vorne mit über die Kuppe oder wer muss abreißen lassen? So manch einem Sprinter hat genau diese Passage den Sieg in Hamburg gekostet. Ob sich dieses Szenario wiederholt werden wir am Sonntag erfahren…

In diesem Sinne MOIN, MOIN und…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Viva Espana – La Vuelta

Die dritte Grand Tour des Jahres steht in den Startlöchern! Am Samstag geht es mit einem Mannschaftszeitfahren in die Vuelta. Wieder einmal werden sich die Starter ein wenig in zwei Kategorien teilen lassen. Die erste Kategorie hat sich gezielt auf die Spanien-Rundfahrt vorbereitet. Die zweite Kategorie will, meist nach einer nicht nach Wunsch verlaufenen Tour de France, die Saisonbilanz aufpolieren. Ok streng genommen gibt es eine dritte Kategorie bestehend aus Chris Froome. Der Brite will sich nach der Tour de France-Titelverteidigung jetzt auch noch seinen ersten Vuelta-Gesamtsieg sichern. Diese Rechnung hat der Sky-Kapitän nach zwei zweiten Plätzen definitiv noch offen. Verzichten muss er allerdings auf seinen verletzten Edelhelfer Mikel Landa.

Musste seinen Vuelta-Start kurzfristig absagen – Mikel Landa

Zur ersten Kategorie gehört zum Beispiel Esteban Chaves. Der kleine Kolumbianer aus dem Orica-Team gilt als einer der Geheimfavoriten. Nach dem Giro und einer langen Pause geht der Kletterkünstler bestens gerüstet ins Rennen. Die insgesamt zehn Bergankünfte dürften ihm liegen. Sein Landsmann Miguel Angel Lopez von Astana hegt ebenfalls diese Ambitionen. Durch das Fehlen von Vorjahressieger Fabio Aru und Vincenzo Nibali ist ihm die volle Unterstützung seiner Mannschaft sicher. Steven Kruiswijk hatte den Giro-Sieg bis zu seinem Sturz fast in der Tasche. Statt der Tour hat der Niederländer die Vuelta als großes persönliches Ziel auserkoren und wir können gespannt sein, was der LottoNL-Kapitän in diesem Jahr zeigt.

Zur Kategorie der Unglücklichen zählen diverse Fahrer. Angeführt wird die Gruppe von Nairo Quintana und Alberto Contador. Beide Profis wollten bei der Tour de France den großen Wurf landen und ins gelbe Trikot fahren. Quintana hatte allerdings mit seiner schwachen Form zu kämpfen. Er hatte sich auf das Training in den Höhenlagen seiner Heimat Kolumbien konzentriert und am Ende fehlten vielleicht wichtige Rennkilometer. Auch vor der Vuelta hat man Quintana wenig gesehen, so dass seine Form eine große Unbekannte darstellt. Sein Movistar-Team stellte ihm zumindest den Edelhelfer Alejandro Valverde zur Seite, um den großen Wurf zu schaffen. Alberto Contador ließ sich nach seinem Ausscheiden bei der Tour zumindest recht erfolgreich wieder im Sattel blicken. Die Form des Spaniers scheint zu stimmen. Bei BMC wird Tejay van Garderen versuchen seine blutleere Tour-Performance vergessen zu machen. Allerdings muss er sich die Leaderrolle mit Lokalmatador Samuel Sanchez teilen.

Philippe Gilbert

Zu den Comeback-Kategorie zählt auch der australische Altmeister Simon Gerrans. Verletzungen und Stürze prägten leider seine Saison 2016. Für die Gesamtwertung muss man ihm mit Sicherheit nicht auf der Rechnung haben, aber ein Etappensieg soll am Ende schon rauskommen. Mit ähnlichen Etappenjäger-Fähigkeiten ist auch Philippe Gilbert ausgestattet. Der Belgier würde gerne seinen BMC-Abschied mit einer starken Grand Tours-Vorstellung veredeln.

Christian Knees

Auch deutscher Sicht ist vor allem die sechzehnte Grand Tours-Teilnahme von Christian Knees erwähnenswert. Der Rheinbacher wird als Road Captain versuchen seinen Kapitän Chris Froome zum Vuelta-Triumph zu pilotieren.

 

Der Monat für Spekulationen

Der August ist radsporttechnisch ein eigentlich eher ruhiger Monat. Zumindest wenn man das Renngeschehen betrachtet. Die Olympischen Spiele machen eine Ausnahme, aber in erster Linie ist es die Zeit zwischen der Tour und der Vuelta. Umso mehr Raum für Spekulationen ist gegeben und zugleich bringt der August auch Licht in so manches Dunkel…

Der 01. August ist der große Stichtag. Seit Montag dürfen Transfers von den Teams und auch Fahrern offiziell bestätigt werden. So wissen wir, was wir teilweise schon wussten jetzt auch offiziell. Der Weltmeister wird Deutscher – oder besser gesagt Peter Sagan wechselt ins beschauliche Raubling zum in die World Tour strebenden Bora-Hansgrohe-Team. Damit sich Peto auch gleich wohl fühlt in der neuen sportlichen Heimat darf er seine Familie in Form von Juraj Sagan und seine Freunde Maciej Bodnar, Michal Kolar und Erik Baska gleich mitbringen. Auch der sportliche Leiter Patxi Vila ist wohl vom Tinkoff-Team im Anflug. Auch bei Roman Kreuziger, der von Tinkoff zu Orica-BikeExchange wechselt und bei Nicolas Roche (von Sky zu BMC) herrscht Klarheit.

Wohin des Weges Marcus?

Allerdings lassen uns auch noch viele Fahrer im Ungewissen und so schießen die Spekulationen ins Kraut. Was passiert mit Tour-Bergkönig Rafal Majka? Geht er zu Bora? Folgt ihm Marcus Burghardt, der keinen neuen Vertrag bei BMC erhalten hat? Es darf fließig gerätselt werden…

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Nach der Tour ist vor der Tour!

Nach der Tour ist vor der Tour und wir dürfen uns jetzt schon auf den Grand Depart in Düsseldorf freuen. Am Start sein wird natürlich auch dann wieder der Dominator diesen Jahres Chris Froome. Der Brite war zusammen mit seiner bärenstarken Sky-Mannschaft einfach nicht zu schlagen. Aber auch nur deshalb, weil er als einziger Top-Favorit seine Hausaufgaben im Vorfeld gemacht hatte. Nairo Quintanas bisher noch zu diagnostizierende Krankheit machte dem formschwachen Kolumbianer vielleicht am Ende zu schaffen. Doch ins diesem Jahr schien von Anfang an klar zu sein, dass der kleine Mann aus den Höhen Südamerikas wohl keine Chance hat. Gleiches gilt für Alberto Contador. Seine Aufgabe nach den Sturzverletzungen schien im Team Tinkoff nicht gerade große Trauer hervorzurufen. Wahrscheinlich auch im Wissen darum, dass der Pistolero wohl in diesem Jahr nicht scharf schießen würde. Froomeys Rivalen hielten sich freundlich zurück, um dem Mann von der Insel auf dem Weg zum dritten Toursieg Spalier zu stehen.

Auch wenn die Leistungen der deutschen Fahrer in den Medien eher kritisch gesehen wurden, kann man ein durchaus positives Fazit ziehen. Vielleicht nur nicht gerade bezüglich einer sonderlich großen Anzahl von Etappensiegen. Andre Greipel riss mit seinem Sieg auf der Schlussetappe so Einiges raus. Wenig Beachtung wurde leider dem überaus starken 170km-Ausreißversuch von Tony Martin mit seinem Teamkollegen Julian Alaphilippe geschenkt. Leider musste der Panzerwagen auf dem Champs Elysees kurz vor dem Ziel vom Rad steigen. Da wäre zudem der unermüdliche Paul Voß, der sich gerade in der ersten Tourwoche als würdiger Jens-Voigt-Nachfolger immer wieder in einer Gruppe präsentierte und stolz das Bergtrikot trug. Auch Marcel Kittel gelang sein Etappensieg, so dass er die gestern durch einen Defekt verpasste Chance in Paris ein wenig verschmerzen kann.

Vor der Tour ist nach der Tour…au revoir und man sieht sich in Düsseldorf!!

Euer Barista

 

Es ist vorbei mit der Ruhe…

Heute wird die Grand Boucle nach dem ersten Ruhetag fortgesetzt. Nur wer brauchte mehr Ruhe? Die Zuschauer oder die Fahrer? Wenige Experten hätten wohl geglaubt, dass sich das Feld der Favoriten so schnell lichtet. Während Alberto Contador nach  Bodenkontakten und gesundheitlichen Problemen bereits vom Rad gestiegen ist, müssen sich die französischen Hoffnungen Warren Barguil und Thibaut Pinot wohl auch von ihrem Podiumstraum verabschieden.

Wer kann dem Dominator Chris Froome also noch die Stirn bieten? Froomey flog den Peyresourde hinunter ins gelbe Trikot und überraschte seine Gegner mit dieser frühen Attacke. Vor allem Nairo Quintana überraschte er sichtlich auf dem falschen Fuß oder besser gesagt Pedal. Der kleine Kolumbianer ist allerdings noch im Rennen um das Mallot Jaune und die Ausgangslage verspricht viel agressives Renngeschehen für die anstehenden Bergetappen. Derweil sind es zudem vor allem zwei andere Inselbewohner neben Froome die sich berechtigte Hoffnungen auf einen Podiumsplatz machen können. Adam Yates und Dan Martin liefern beachtliche Vorstellungen ab und müssen jetzt zeigen, dass sie auch die kommenden beiden Wochen ohne einen erwähnenswerten Einbruch überstehen.

Auch abseits der Straße hatte der gestrige Ruhetag der Tour de France wieder etwas zu bieten. Das Team Giant-Alpecin konnte das schweizer Unternehmen Sunweb als neuen Hauptsponsor präsentieren. Die Gerüchte um einen möglichen vorzeitigen Alpecin-Ausstieg wurden dadurch natürlich noch einmal genährt. Zudem wird mit Joaquin Rodriguez ein ganz großer des Radsports 2017 sein Rad an den Nagel hängen.

Heute bietet sich dann wieder eher eine Chance für die Sprinter. Kann der bisher dominierende Mark Cavendish heute noch einmal zuschlagen? Oder schlägt die Stunde des Marcel Kittel oder Andre Greipel? In ein paar Stunden sind wir schlauer…

In diesem Sinne…au revoir und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Die glorreichen 12 bei der Tour

Am Samstag geht es am Mont-Saint-Michel mit der Tour de France los. Am Start werden auch wieder zehn deutsche Fahrer stehen. Grund genug um sich mal die Rollen der verschiedenen Protagonisten in ihren Teams anzuschauen!

Marcel Kittel (Etixx-Quickstep)

Kittels Mission ist klar! Etappen gewinnen und zwar immer dann wenn sich die Chance auf einen Sprint Royale bietet. Auch wenn der Thüringer sich bei den deutschen Meisterschaften geschlagen geben musste, gilt er wohl in dieser Disziplin als Top-Favorit, was er jüngst vor allem beim Giro d`Italia unterstrich.

Tony Martin (Etixx-Quickstep)

Der zweite Deutsche im belgischen Etixx-Quickstep-Team ist Mister Zeitfahren Tony Martin. Der Panzerwagen wird vor allem wieder versuchen in seiner Paradedisziplin für Tagessiege zu sorgen. Zudem dürfte sich gerade auf dem Überführungsetappen wieder die Chance auf einen Etappensieg bieten. Martins Solofluchten sind ja schließlich berüchtigt.

Andre Greipel (Lotto-Soudal)

Als frischgebackener deutscher Straßenmeister darf  sich Greipel im Trikot mit dem Bundesadler den Fans präsentieren. Der Gorilla wird versuchen Marcel Kittel, Mark Cavendish und Co. in den Sprints ein Schnippchen zu schlagen. Bei den deutschen Meisterschaften hat es zumindest gegen Kittel schon geklappt.

Marcel Sieberg (Lotto-Soudal)

Wo Andre Greipel ist kann Marcel Sieberg nicht weit sein. Allerdings bewies Siebi unlängst, dass er viel mehr ist als Greipels Schatten. Bei Paris-Roubaix landete er, leider viel zu wenig von der Öffentlichkeit beachtet, in den Top Ten.

Marcus Burghardt (BMC)

Eins der deutschen Arbeitspferde im Peloton ist Marcus Burghardt. Für seine beiden Kapitäne Richie Porte und Tejay van Garderen ist er gerade auf den flachen Etappen unverzichtbar. Zudem wird Burghardt mit seiner uneigennützigen Art als klassischer Wasserträger eingesetzt werden und vor allem seine Erfahrung einbringen.

Robert Wagner (LottoNL-Jumbo)

Besser spät als nie – so könnte das Motto bei Robert Wagner bezüglich der Tour de France lauten. Endlich geht der große Traum vom Tour-Start den ehemaligen deutschen Straßenmeister in Erfüllung. Vielleicht gelingt ja sogar ein Etappensieg.

Paul Martens (LottoNL-Jumbo)

Aufgrund seiner Qualitäten als Allrounder ist Martens aus dem LottoNL-Tourteam nicht wegzudenken. Auf den Überführungsetappen könnte Martens vielleicht die Chance bekommen sich in einer Fluchtgruppe zu zeigen.

John Degenkolb (Giant-Alpecin)

Der Paris-Roubaix-Sieger des vergangenen Jahres hatte durch seinen schweren Unfall einen denkbar schlechten Start in die Saison. Trotzdem vertraut ihm die Teamleitung. Bleibt zu hoffen, dass Dege im Verlauf der Grand Boucle seine bestechende Form des letzten Jahres wiederfindet und um den einen oder anderen Etappensieg mitkämpfen kann.

Simon Geschke (Giant-Alpecin)

Geschkes Etappensieg in Pra Loup im letzten Jahr ist noch in bester Erinnerung. Allzu gerne würde der Berliner diesen Coup in diesem Jahr wiederholen. Zuzutrauen ist es dem vielleicht bekanntesten Vollbart im Peloton auf jeden Fall.

Emanuel Buchmann (Bora-Argon18)

Der deutsche Straßenmeister des vergangenen Jahres ist der einzige deutsche Fahrer der als Kapitän auf Gesamtwertung fährt. Gemeinsam mit seinem österreichischen Teamkollegen Patrick Konrad führt er das Bora-Aufgebot an und peilt einen Platz unter dem Top 20 an.

Andreas Schillinger (Bora-Argon18)

Schillinger wird die typische Rolle des Edeldomestiken einnehmen und seine Kapitäne Emanuel Buchmann und Patrick Konrad unterstützen. Zudem wird er für den endschnellen Sam Bennett wichtige Dienste leisten.

Paul Voß (Bora-Argon18)

Paul Voß könnte ebenfalls einer der deutschen Fahrer sein, der sein Heil mal in der Flucht sucht. Und vielleicht gelingt es ihm dabei den Traum vom Tour-Etappensieg wahr werden zu lassen.

In diesem Sinne…au revoir und bis die Tage!

Euer Barista

 

 

Denks großer Wurf?

Ralph Denk ist ein Mann der Tat. Schon zu Zeiten als seine Mannschaft noch NetApp-Endura hieß, ließ der Raublinger verlauten, dass seine klare Zielsetzung die WorldTour ist. Ok, das behaupten die meisten Teams, aber irgendwie wusste man bei Beachtung der Entwicklung der Mannschaft, dass dieser Schritt kommen musste. Schließlich erhielt der Zweitdivisionär aus Oberbayern jetzt zum dritten Mal in Folge eine Wildcard für die Tour de France.

Denks großer Wurf soll jetzt vor allem durch den US-Radhersteller Specialized möglich gemacht werden. Die Amerikaner rüsten derzeit neben den Teams Etixx-Quickstep und Astana auch die am Ende der Saison verschwindende Mannschaft Tinkoff aus.

Tinkoff scheint jetzt durch seinen Ausstieg das Zünglein an der Waage zu sein, denn dort fährt kein Geringerer als Peter Sagan. Der Weltmeister soll auch in der kommenden Saison auf einem Specialized-Rad unterwegs sein. Durch einen möglichen Einsstieg der US-Boys als Bora-Co-Sponsor scheint auch ein Sagan-Transfer zu Bora wahrscheinlich. Zudem soll der Slowake im Falle eines Wechsels ein paar Fahrer aus seiner Helferriege mitbringen. Darüberhinaus soll auch Tony Martin von Etixx-Quickstep in Verhandlungen mit dem Denk-Team stehen, was ebenfalls der neue potenzielle Co-Sponsor aus den Staaten befürworten würde.

Es war einmal…Team NetApp

Man wird sehen wie die positive Entwicklung des Raublinger Rennstalls weitergeht. Es scheinen zumindest goldene Zeiten anzubrechen.

In diesem Sinne…bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

Frage- und Ausrufezeichen bei der Dauphine

Die Tour-Generalprobe ist gestern mit der Dauphine Libere zu Ende gegangen. Was bleibt sind nach einer schweren, bergigen Woche Ausrufe- und Fragezeichen. Dies gilt insbesondere für die mutmaßlichen Tour-Favoriten.

Chris Froome setzte mit seinem erneuten Dauphine-Sieg ein großes Ausrufezeichen und hatte seine Gegner jederzeit unter Kontrolle. Natürlich darf man die Umstände noch nicht überbewerten, aber es stellte sich zumindest heraus, dass der Sky-Kapitän seine Hausaufgaben am besten erledigt hat.

Die Fragezeichen überweigen indes. Alberto Contador konnte eigentlich nur beim Bergzeitfahren am ersten Dauphine-Tag überzeugen und blieb sonst weitgehend blass. Seinem britischen Kontrahenten konnte er in den schweren Bergankünften nicht folgen und verlor Sekunde um Sekunde. Richie Porte machte seine Sache besser. Er bot seinem ehemaligen Sky-Teamkollegen Froomey am ehesten Paroli. Der kleine Tasmanier muss jedoch im Juli den Beweis antreten, dass er diese Leistungen auch über drei Wochen abrufen kann. Fabio Aru setzte mit seinem Etappensieg ein Ausrufezeichen und lieferte in den folgenden Tagen aber eher Fragezeichen bezüglich seiner Tour-Form ab.

Die Franzosen dürfen indes hoffen. Thibaut Pinot und Romain Bardet zeigten eine couragierte Leistung. Pinot büßte zwar gerade beim Bergzeitfahren überraschend viel Zeit ein, zeigte sich aber in den Bergen gewappnet für die Grand Boucle. Bardet wurde zum Ende hin immer stärker und belohnte sich schließlich dank seiner aggressiven Fahrweise mit einem Podiumsplatz. Chapeau!

In Abwesenheit von Nairo Quintana konnten schon einige Rückschlüsse getätigt werden. Wir werden sehen was im Juli passiert.

In diesem Sinne…au revoir und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

 

 

Dauphine – Säbelrasseln und Bewerbungsfahren

Die Säbel werden rasseln und gleichzeitig wird das große Bewerbungsfahren für die Tour de France losgehen. Die Dauphine Libere startet morgen und es wird wie jedes Jahr um sehr viel gehen.

Da wären die beiden Hauptprotagonisten Chris Froome und Alberto Contador. Die beiden Alphatiere werden versuchen sich bereits gegenseitig ein wenig zu belauern und sich vielleicht einen kleinen psychologischen Vorteil für die Tour de France zu verschaffen. Natürlich ist nicht gesagt, dass der Dauphine-Sieger auch im Juli Erfolg haben wird, ber trotzdem will vor allem das Team Sky seine Dominanz der vergangenen Jahre mit einem weiteren gelben Trikot untermauern. Wer gewinnt also? Froome, Contador oder doch ein Thibaut Pinot oder Richie Porte? In einer Woche wissen wir mehr.

Viel wichtiger ist allerdings das große Bewerbungsfahren. Schießlich geht es für die Teams darum zu entscheiden welche Fahrer im Juli an der Grand Boucle teilnehmen dürfen. Neben der Dauphine wird die Tour de Suisse wie in jedem Jahr darüber entscheiden wer dabei ist. Wer die Tour de France nicht vor dem Fernseher verfolgen will, muss genau hier zeigen was er kann. So wird unter anderem die Movistar-Jury um den sich im heimischen Kolumbien trainierenden Nairo Quintana und den sich von den Giro-Strapazen erholenden Co-Leader Alejandro Valverde darüber richten, welche sieben verbleibenden Fahrer sie auf der Straßen Frankreichs unterstützen werden.

Uns steht also aus mehrfacher Hinsicht eine spannende Radsportwoche ins Haus!

In diesem Sinne…au revoir und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista

 

Grazie Giro

Es ist Zeit Grazie zu sagen und dem Giro zu danken. Was für ein spektakuläres Rennen wurde uns in den letzten drei pinken Wochen geboten? Als Bonus sprangen zudem sagenhafte sieben deutsche Etappensiege heraus.

Zunächst waren es die Niederländer, die den Giro an den ersten drei Tagen Willkommen hießen und eine große Radsportparty feierten. Zwei Mal schlug hier Marcel Kittel zu und sicherte sich darüberhinaus das Maglia Rosa. Der Sprint-Gorilla Andre Greipel schlug ebenfalls nicht nur einmal zu. Dazu kamen Roger Kluge und Nikias Arndt (sogar auf der Schussetappe) zu ihren jeweils ersten Etappensiegen bei einer Grand Tour.

Zudem zeichnete sich der Giro durch den wohl spannendsten Kampf um ein Grand Tour-Führungstrikot der vergangenen Jahre aus. Nachdem es vor der letzten Woche nach einem Sieg für Steven Kruiswijk ausgesehen hatte, wendete sich durch unglückliche Umstände das Blatt. Kruiswijk, der gerade beim Bergzeitfahren zur Seiseralm überhaupt keine Nervosität zeigte, stürzte in der Abfahrt vom Col d`Angnello auf der drittletzten Etappe. Esteban Chaves war der große Nutznießer und musste eigentich nur noch einen schweren Tag in der Bergen überstehen, um sich in Turin im Maglia Rosa krönen zu lassen. Doch dann biss der Hai Vincenzo Nibali erbarmungslos zu.

Was lernen wir? Einige Sprichwörter bewahrheiten sich doch immer wieder. Die Tour ist in Paris zu Ende und der Giro in diesem Jahr in Turin. Was bleibt sind Erinnerungen an drei Wochen feinsten Radsport über von pinken Tifosi gesäumte Straßen.

In diesem Sinne…ciao und bis die Tage an der Bar!

Euer Barista